Freiheit ist ein großes Wort. Leider auch ein weites Feld. Fast jeder Mensch versteht fast unter „Freiheit“ etwas an- deres, sodass der Begriff nicht zu Unrecht zur „Floskel des Jahres 2022“ gekürt wurde.

Für viele Menschen auf der Erde ist es ein schmerzlich ver- misstes Recht, das ihnen nicht zugestanden wird. Presse- und Meinungsfreiheit sind in Teilen der Welt durch restrik- tive Regierungen und Fake News bedroht. Seit Monaten kämpft ein Land um seine Freiheit. Für Freiheit sterben täg- lich Menschen in der Ukraine, Iran, China und anderswo auf der Welt. Ist sie das eigentlich wert? In den Naturwissen- schaften ist es zweifelhaft, ob es „Freiheit“ überhaupt gibt. Besonders die Hirnforschung nährt diese Skepsis. In der phi- losophischen Diskussion ist Freiheit ebenfalls umstritten. Krankheiten, äußere Zwänge oder Probleme schränken tatsächlich im Alltag die eigene Freiheit ein. Bleibt da die Freiheit des Einzelnen nicht auf der Stecke?

Freiheit wird zudem oft als Rechtfertigung für eine egois- tische Durchsetzung eigener Vorstellungen und Wünsche verwendet. Wo bleiben da aber Solidarität, Achtsamkeit und Rücksicht? Die eigene Freiheit endet dort, wo die Frei- heit des Anderen beginnt. Wie kann dieses Spannungsver- hältnis einvernehmlich gelöst werden?

Heute ist auch oft von Freiheitseinschränkungen die Rede. Es gab deutliche Einschränkungen durch die Pandemie. Der Klimawandel wird uns Verhaltensänderungen aufzwingen. Auch künftige Generationen sollen frei in einer lebenswer- ten Welt leben dürfen. Rechtfertigt dieser Umstand zivilen Ungehorsam?

Wir möchten diesen komplexen Begriff aus der Welt der Floskeln holen und Freiheit einen konkreten Sinn geben. Vorträge, Workshops, Kinovorstellungen, Ausstellungen und Kurse beleuchten den schillernden Begriff aus den Perspektiven von Philosophie, Soziologie, Psychologie und Kunst.

Damit Sie an den Veranstaltungen ohne lange Anfahrt fle- xibel teilnehmen können, bieten wir viele oft online oder hybrid an. So können Sie frei entscheiden, ob Sie vor Ort oder von zu Hause aus teilnehmen wollen.

Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit Ihnen. Ihre vhs Oberland e.V.

Sonderrubrik >> Semesterschwerpunkt "Freiheit"

Semesterschwerpunkt "Freiheit"

Demo Kursbild

Film ab! - DER ROSENGARTEN VON MADAME VERNET 

Beginn
Mi., 08.02.2023, 17:45 - 19:45 Uhr
Kursort
Kinocenter, Oberland
Gebühr
9,00 €
Status
Keine Anmeldung möglich

Fotoexkursion: Sonnenuntergang am Staffelsee 

Beginn
Sa., 11.02.2023, 16:00 - 20:00 Uhr
Kursort
Staffelsee, Zoom
Gebühr
69,00 €
Status
Es sind noch 4 Plätze frei

Demo Kursbild

vhs.Kino: Billy Elliot - I will dance 

Beginn
Mo., 13.02.2023, 19:00 - 21:00 Uhr
Kursort
vhs-Zentrum Holzkirchen, Raum 06
Gebühr
9,00 €
Status
Es sind noch 50 Plätze frei

Demo Kursbild

Schöffen*innen 2023: Infoveranstaltung zu den Neuwahlen 

Beginn
Do., 16.02.2023, 19:00 - 20:30 Uhr
Kursort
Tegernsee, Reisberger Hof, Seminar 3
Gebühr
0,00 €
Status
Es sind noch 19 Plätze frei

Das ganze Leben ist Theater: Einführung in das Improvisationstheater 

Beginn
Sa., 04.03.2023, 10:00 - 17:00 Uhr
Kursort
Holzkirchen, vhs im Atrium, Münchnerstr. 56a
Gebühr
69,00 €
Status
Es sind noch 9 Plätze frei

Demo Kursbild

Free Dance for Body & Soul 

Beginn
Mo., 06.03.2023, 18:00 - 19:00 Uhr
Kursort
Tegernsee, Reisberger Hof, Gesundheitsraum
Gebühr
60,00 €
Status
Es sind noch 9 Plätze frei

vhs.hybrid: Die Zeit der chinesischen Republik 

Beginn
Di., 07.03.2023, 18:30 - 20:00 Uhr
Kursort
Tegernsee, Reisberger Hof, Seminar 3
Gebühr
8,00 €
Status
Es sind noch 12 Plätze frei

Demo Kursbild

Film ab! - HIDDEN FIGURES: Unbekannte Heldinnen 

Beginn
Mi., 08.03.2023, 17:45 - 19:45 Uhr
Kursort
Kinocenter, Oberland
Gebühr
9,00 €
Status
Keine Anmeldung möglich

vhs.online: Ziviler Ungehorsam zwischen Pflicht, Freiheit und Gesetz 

Beginn
Do., 09.03.2023, 19:00 - 20:30 Uhr
Kursort
Zoom1
Gebühr
10,00 €
Status
Es sind noch 30 Plätze frei

Demo Kursbild

Fotoausstellung: Ukraine. Der harte Weg in die Freiheit 

Beginn
Fr., 10.03.2023, 18:30 - 20:00 Uhr
Kursort
vhs-Zentrum Hausham-Schliersee
Gebühr
0,00 €
Status
Es sind noch 100 Plätze frei

vhs.hybrid: Mao Zedong und die Volksrepublik China 

Beginn
Di., 14.03.2023, 18:30 - 20:00 Uhr
Kursort
Tegernsee, Reisberger Hof, Seminar 3
Gebühr
8,00 €
Status
Es sind noch 13 Plätze frei

Klima.fit - Klimawandel vor der Haustür! Was kann ich tun? 

Beginn
Mi., 15.03.2023, 16:00 - 19:00 Uhr
Kursort
Miesbach, Waitzinger Keller, vhs-Seminarraum 1
Gebühr
25,00 €
Status
Es sind noch 15 Plätze frei

Demo Kursbild

vhs.online: Politik für alle - Das vhs-Ringgespräch  

Beginn
Do., 16.03.2023, 19:00 - 20:30 Uhr
Kursort
Zoom BB
Gebühr
0,00 €
Status
Es sind noch 10 Plätze frei

Autobiografisches Schreiben  

Beginn
Do., 16.03.2023, 18:00 - 19:30 Uhr
Kursort
Bad Wiessee, Hagngasse 49a, vhs-Kursraum 1
Gebühr
58,00 €
Status
Es sind noch 10 Plätze frei



Der Soziopod ist ein Podcast zu soziologischen und philosophischen Themen, der seit 2011 von dem Erziehungswissenschaftler Nils Köbel und Patrick Breitenbach, Medienberater und ehemals Dozent für Neue Medien an der Karlshochschule International University, produziert wird. 2013 wurde das Projekt als erster Podcast überhaupt mit einem Grimme Online Award (Kategorie „Wissen und Bildung“) ausgezeichnet. (Wikipedia, Artikel Soziopod)

Sicher ein Highlight des Jahres: Am 23.2. kommt der „Soziopod“ live in die vhs nach Holzkirchen. Der bekannte soziologisch-philosophische Podcast beginnt um 19 Uhr und startet mit einer thematische Einführung von Nils Köbel und Patrick Breitenbach. Anschließend kann sich das Publikum an der Diskussion beteiligen.

Im Zentrum des live aufgezeichneten Prodcast steht Zhao Tingyang. Er gilt als einer der bedeutendsten chinesischen Philosophen der Gegenwart.

Seine Überlegungen zu einer neuen politischen Weltordnung basieren auf dem alten chinesischen Prinzip des tianxia – der Inklusion aller unter einem Himmel.

„In Auseinandersetzung mit okzidentalen Theorien des Staates und des Friedens von Hobbes über Kant bis Habermas sowie unter Rückgriff auf die Geschichtswissenschaft, die Ökonomie und die Spieltheorie eröffnet uns Zhao einen höchst originellen Blick auf die Konzeption der Universalität. Ein wegweisendes Buch, auch um Chinas aktuelles weltpolitisches Denken zu verstehen“ (Suhrkamp).

Anmeldung zu diesem besonderen Eregnis hier mit einem Klick.

Sein zehnjähriges Bestehen feierte der vhs-fotoclub Oberland KULTUR im Oberbräu mit der Ausstellung „Gedruckte Eindrücke“. Die Fotoenthusiasten zeigen in vierundzwanzig eindrucksvollen Fotografien ihr beeindruckendes Können.

Der Fotoclub ermöglicht allen Mitgliedern einen Zugang zur Makro-, Landschafts-, Portrait- und experimentellen Fotografie. Alle sind willkommen. Vom Freizeitknipser bis zum ambitonierten Fotografen, ob alt oder jung: jede(r) ist willkommen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. März zu bestaunen. Die Öffnungszeiten: Do bis Sa: 17-23 Uhr, So: 14 – 21 Uhr.

Weitere Berichte über die Ausstellung finden Sie auf den Websites von Kultur im Oberbräu und der Kulturvision.

Nachdem die Pandemie uns seit 2020 fordert, ist im Februar ein weiteres bedrückendes Ereignis hinzugekommen – der Krieg in der Ukraine. Der nun schon lange andauernde Krieg ist die Ursache dafür, dass Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Viele dieser Geflüchteten, hauptsächlich Frauen und Kinder, sind auch im Landkreis Miesbach untergekommen.

Auch die vhs Oberland hat von Anfang an die Ukrainer und Ukrainerinnen bei ihrer Ankunft in Deutschland unterstützt.
In Form von Sprachkursen und Beratungsangeboten bietet die vhs diesen Menschen dringend benötigte Hilfe, um besser in Ihrer neuen Situation zurecht zu kommen. Der Schwerpunkt der vhs Oberland e.V. lag dabei erst einmal auf einer schnellen und unkomplizierten Hilfe, die schnell durch ein angepasstes und durchdachtes Hilfskonzept ersetz wurde. Die vhs Oberland unterstützt die Geflüchteten derzeit mit einem umfassenden und speziell auf sie ausgerichteten Angebot.

Dieses besteht konkret aus allgemeinen Deutschkursen, Erstorientierungskursen, kulturellen Wegweiserkursen, Integrationskurse und einer individuellen Beratungssprechstunde.

Von Februar bis heute bot die vhs Oberland über 20 Deutschkurse , die für die Geflüchteten kostenfrei sind, an. Auch Deutsch-Prüfungen sind im Angebot enthalten. Diese Kurse wurden individuell auf die Bedürfnisse der ukrainischen Geflüchteten angepasst.

In den Erstorientierungskursen mit insgesamt über 1000 Unterrichtseinheiten lernen die Teilnehmer*innen intensiv Deutsch und bekommen einen ersten Überblick über den Alltag und das Leben in Deutschland. Diese Kurse wurden im Zuge der Flüchtlingsbewegungen der letzten Jahre ins Leben gerufen und stehen nicht nur Menschen aus der Ukraine, sondern auch anderen Asylbewerber*innen offen. Zudem wurden seit Mai dieses Jahrs vier Wegweiserkurse durchgeführt. Einige neue Kurse sind zudem noch in Planung. In diesen Kursen wird unmittelbar nach der Ankunft konkrete Starthilfe gegeben und die wesentlichen Grundlagen der Bürokratie sowie des kulturellen Lebens in Deutschland thematisiert. Die Kurse finden auf Ukrainisch statt.

Die vhs Oberland war dabei die erste Vhs in Oberbayern, die innerhalb kürzester Zeit vier solcher Kurse anbieten konnte.
Zweimal die Woche (Donnerstag und Freitag von 9:00 -12:00 Uhr) findet eine Ukraine- Sprechstundein den Räumen der vhs Oberland im vhs-Zentrum Miesbach- Irschenberg-Weyarn statt, in der die Beratung auf Ukrainisch und auf Russisch angeboten wird.

Beflügelt von unserem Engagement sind einige UkrainerInnen zudem auch zu KursleiterInnen in den von der vhs Oberland initiierten Kurse geworden.

Die vhs Oberland e.V. hat so ein breites Integrationsprogramm ins Leben gerufen und passt sich fortlaufend an die aktuelle Situation an. Den Geflüchteten wird Unterstützung in der für sie herausfordernden Situation geboten und der berufliche Einstieg wird, besonders durch das schnelle Deutschlernen, gefördert. Es ist schön zu sehen, wie motiviert und zielstrebig die ukrainischen Kursteilnehmer*innen lernen und wie sie in den Räumen der vhs Oberland ein kleines neues Zuhause gefunden haben. Auch im neuen Jahr will die vhs die Ukrainer*innen mit ihrem vielfältigen Angebot unterstützen und die ersten Schritte in Deutschland gemeinsam mit ihnen gehen.

Mehr als ein Intensivkurs: Tauchen Sie eine Woche ein in die französische Sprache und Kultur! Der Kurs findet in der unkomplizierten Alltagsatmosphäre des Eco-Domaine La Fontaine aux Bretons, einem direkt an der Atlantikküste gelegenen Hotel, der nachhaltig betrieben wird.
Nach dem täglichen Intensiv-Unterricht am Vormittag bleibt der Nachmittag und Abend frei für Ausflüge und Aktivitäten in der näheren Umgebung, bei denen man die neu gewonnenen Sprachkenntnisse gleich in der Praxis ausprobieren und üben kann.
Die Gebühr enthält nur den reinen Sprachkurs. Genauere Informationen über den Paketpreis inkl. Quartier und Verpflegung unter 08024 46 789 31. Eigene Anreise am 18.03.2023 – Abreise am 25.03.2023. Information über das Hotel unter https://www.ecodomaine-la-fontaine.fr

Liebe Teilnehmer*innen,

wir haben eine nützliche Neuigkeit auf unserer Webseite. Sie finden ab jetzt im Menü einen neuen Punkt Tagespläne:

Dort finden Sie immer die aktuellen Tagespläne Ihres Zentrums. Sollte es Verschiebungen oder Ausfälle geben oder sie haben den Raum vergessen. Hier finden Sie alle Informationen.

Viel Spaß und Erfolg weiterhin wünscht Ihnen

Ihre vhs Oberland e.V.

Das neue Semester steht vor der Tür und wir freuen uns Ihnen unser neues Programm präsentieren zu können.

Sie finden das Programmheft am 17. September als Beilage im Gelben Blatt und ab 19. September in Ihrem Zentrum

Natürlich können Sie auch einfach auf unserer Webseite stöbern und Kurse buchen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen, lernen und entdecken

Mit coronabedingter Verspätung hat die vhs Oberland im Waitzinger Keller ihre Gründung gefeiert. Man lobte die Entscheidung zum Verbund als zukunftsorientiert und krisenbeständig. Es war ein jahrelanger Weg bis zur Gründung. 

Um diese zu feiern, waren Bürgermeister, Mitglieder des Vereins und des Aufsichtsrats, Referenten und Ehrengäste gekommen. Künstler und Musiker Erich Kogler führte als Moderator kabarettistisch sowie mit Unterstützung der Band Mountainlakevista durch den Abend.

„Von der vhs Oberland profitieren alle Bürger im Landkreis Miesbach“, sagte Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender ist. Er verglich die Fusion, zu der sich fast alle Gemeinden entschlossen haben, um weiter förderfähig, wirk- und schlagkräftig zu sein sowie das Aufgehen in einem großen Ganzen mit dem Bau eines Schiffes. Dessen Taufe mit der Gründungsfeier erfolge, nachdem das Schiff vhs Oberland bereits zu Wasser gelassen und die vhs-Leiter Thomas Mandl und Veronika Weese mit ihrer Mannschaft bewiesen hätten, dass die Abläufe auf hoher See funktionieren. In Richtung der beiden Volkshochschulen, die sich nicht angeschlossen haben, signalisierte er: „Die Plätze sind reserviert. Wir können noch aufnehmen.“ Dabei wünschte er viel Rückenwind und, dass die Führungsmannschaft weiter neugierig auf neue Ufer sei und den Kurs beibehalte. „Gemeinsam für mehr Bildung“, war die Parole von Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller. Er zeigte sich insbesondere vom passgenauen Bildungsangebot der vhs Oberland beeindruckt: „Der Lehrplan ist auf die Bedürfnisse der Bürger abgestellt, quasi maßgeschneidert.“ Die Bürgermeister hätten die Erwachsenenbildung zur Chefsache erklärt. Die vhs Oberland mit ihren vier Zentren sei die viertgrößte vhs in Bayern und mit ihrem Onlinekurs-Angebot sogar ein Vorreiter. „Damit hat der Bildungslandkreis Miesbach eine Spitzenposition.“ 

Die Gründung sei zwar ein Kraftakt gewesen, sagte er mit Blick auf viel Überzeugungsarbeit wie auch die vollkommene Veränderung der Bildungslandschaft durch Corona: „Aber die neue Struktur ist das Richtige für die Anforderung der Zeit.“ Auch Martin Egger, Managementdirektor der Münchner Volkshochschule, gratulierte zu der guten „Entscheidung für die Zukunft der Bildung und Gesellschaft“ und zum professionellen Angebot. Die vhs sei ein Ort, wo Umbrüche, Veränderungen und Krisen begleitet werden. Und er erinnerte, dass Erwachsenenbildung ein öffentlicher Verfassungsauftrag sei. Im Gesprächskreis mit Kornelius Schlehlein von der vhs Gunzenhausen, der den Prozess als Strukturberater begleitete, ließen Weese und Mandl die Jahre seit der Beschlussfassung 2018 im Rathaussaal Holzkirchen Revue passieren. Sie lobten das Strukturförderprogramm, dankten dem Lenkungsausschuss, der sie so gut auf den Weg gebracht habe und den Mitarbeiterinnen in den vier Teams für ihre Bereitschaft zusammenzuarbeiten.

In seiner humorvollen Festrede ging der ehemalige Chef der Münchner Volkshochschule, Professor Klaus Meisel, der Frage nach, wieviel vhs das Oberland brauche? Viel, denn die vhs sei als Teil der kommunalen Daseinsfürsorge in Bayern Staatsziel. Für die Megatrends unserer Zeit – Globalisierung und Digitalisierung – brauche es Bildung. Die vhs sei außerdem tragend in den Bereichen kulturelle Bildung, demokratische Entwicklung, Fachkräftemangel, Allgemeinbildung, Zuwanderung und Demokratisierung. „Wir brauchen mehr vhs, wenn wir Gesellschaft zusammenhalten und mitgestalten wollen“, forderte Meisel

Wie dringend diese Forderung sei, legte die aus Berlin angereiste Sozialwissenschaftlerin Anja Wagner von der Bildungsberatungsagentur Frolleinflow dar. Es brauche mehr digitale Kompetenz, sagte sie. Veränderungsbereitschaft, Lernbereitschaft und Innovationsbereitschaft müssten gefördert werden. Offene Lernräume seien dafür Voraussetzung, wie beispielsweise das Fablab Oberland. Allein dieser Vortrag mit der anschließenden Podiumsdiskussion hätte einen Abend füllen können, sodass man sich erst sehr spät zum gemeinsamen Feiern aufmachte.

Sommerfest mit
Entdeckungen

Kalari, schon mal gehört? Das ist eine indische Kampfsportart, lang Kalaripayattu genannt. Die Vorführung dieses Sports war nur einer der Höhepunkte beim dies jährigen Sommerfest des vhs-Zentrums im Tegernseer Tal. Im Garten des Reisberger Hofs trafen sich bei sommerlichen Temperaturen rund 150 Besucher. Neben einer Führung durch das historische Gebäude gab es eine Fotoausstellung vergangener vhs-Reisen sowie die Möglichkeit, die Kunst der Kalligrafie auszuprobieren oder mit einer Kräuterpädagogin Leckereien zuzubereiten. In der Abendsonne sorgten Alexander Laprell als LaPrele und die Folkband Mountain Lake Vista für die passende musikalische Untermalung. Nach einem einem plötzlichen Gewitter wurde das Fest in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums Planet-X fortgeführt. Wir danken allen Beteiligten und freuen uns schon auf nächstes Jahr

Mountain Lake Vista beim Sommerfest der vhs Oberland

Nach „Wie wir denken und lernen“ von Manfred Spitzer und Norbert Herschkowitz

Grundthese: Wir lernen im Alter nicht mehr so schnell, dafür können wir aber auf Ressourcen zugreifen, die diesen Umstand mehr als wettmachen. Dass wir uns jenseits der 70 auf Gedächtnislücken und Verfall einstellen müssen, ist ein Mythos. Denn:

Unser Gehirn entwickelt dich unser ganzes Leben lang

Wir kommen mit einem fertigen Set an Gehirnzellen mit einer groben Struktur auf die Welt. In den ersten 3 Lebensjahren geht es darum, dass sich die Zellen sortieren und Synapsen ausbilden.

Ab ca. 3 Jahren werden wichtige Verbindungen gestützt und ausgebaut, unwichtige eliminiert. In der Jugend erfolgt eine starke Vernetzung, allerdings nur von nahe zusammenliegenden Gehirnregionen. Erwachsene können dann auch weiter entfernte Gehirnregionen mittels langer Nervenbahnen vernetzen, die zunehmend mit einer Myelinschicht ummantelt werden, was sie stärkt und leitungsfähiger macht.

Das ermöglicht, auch nicht unmittelbare Zusammenhänge zu erkennen und kreativ zu denken. Beispiel: Welchen Wein kaufen Sie, wenn Sie ein Chanson von Edith Piaf hören?

Die Myelinisierung von Nervenbahnen erfolgt das ganze Leben hindurch. Dadurch und durch die stetige Vernetzung steigt im Erwachsenalter die mentale Leistungsfähigkeit, unsere Koordination verbessert sich und die Integration von Wissen gelingt uns leichter.

Im Erwachsenenalter sind wir besser in der Lage, Entscheidungen zu treffen und Ziele zu erreichen

Der sogenannte Präfrontaler Cortex ist das Planungszentrum des Gehirns. Für Planungen muss Erfahrungswissen abgerufen und gleichzeitig auf die Zukunft angewendet werden. Vergangenheit und Zukunft sind für das Gehirn quasi identisch, dieselben Gehirnregionen sind aktiv.
Erwachsene haben eine bessere Impulskontrolle (ich darf den Geburtstagskuchen nicht vor der Feier aufessen) als Kinder. Sich etwas vorzunehmen und es auch auszuführen, das gelingt die Jahre hindurch immer besser. Erst zwischen 40 und 60 Jahren sind wir am Höhepunkt, Ziele zu setzen und sie mit Ausdauer zu erreichen. Dank fortschreitender Vernetzung in unserem Gehirn können wir unser Frontalhirn besser ansteuern und unsere Selbstbeherrschung steigern.
Gleichzeitig gewinnen wir ständig an Erfahrung und können so Probleme besser analysieren und zielgerichtet Gegenmaßnahmen entwickeln. Der Pilot Chesley B. Sullenberger, dem es  2009 gelang, einen Airbus 320 auf dem Hudson River, also inmitten des vielbefahrenen Hafen New Yorks, zu wassern, war damals 58 Jahre alt. Alle 155 Personen an Bord überlebten. Diese Notwasserung gilt als fliegerische Meisterleistung, weil Sullenberger und seine Crew in kürzester Zeit mit kühlen Kopf mehrere Entscheidungen zu treffen und eine höchst ungewöhnliche Landung zu meistern hatten, die sie vorher nie geübt hatten. Sullenberger konnte aber auf 20.000 Stunden Flugerfahrungen zurückgreifen und sie erfolgreich anwenden.

Wissenszentren und Gefühlszentren verbinden sich ab ca. 30 Jahren mit zunehmendem Alter. Das macht uns empathischer und befähigt uns, Entscheidungen ganzheitlich (Gefühl + Vernunft + Erfahrung) abzuwägen und selbst bei unvollständigen Informationen gute Entscheidungen zu treffen.

Wir lernen als Erwachsene langsamer, aber nicht schlechter.

Das ist wissenschaftlich gut erforscht. Der Grund: Bei Erwachsenen ist viel Wissen enthalten, das nicht überschrieben werden soll, während bei kleinen Kindern noch viele Leerstellen im Gehirn ausgefüllt werden.

Säuglinge lernen ihre Muttersprache erstaunlich schnell durch bloßes Zuhören. Bei Erwachsenen erfolgt das Lernen einer Sprache anders. Bei Ihnen reicht bloßes Zuhören nicht aus. Sie brauchen Sprachkurse und müssen Vokabeln büffeln. Dafür können sie aber auf viele grammatikalische Strukturen zurückgreifen. Das ermöglicht z.B. das parallele Lernen von verschiedenen Fremdsprachen.  Voraussetzung dafür ist allerdings, das bereits in der Kindheit viel gelernt wurde und grundliegende Strukturen im Gehirn ausgebildet wurden.

Mit dem Alter wird das Lernen vielschichtiger. Das ermöglicht, Probleme zu reflektieren, die keine eindeutige Lösung haben. Das Lernen als Erwachsener vollzieht sich in 4 Schritten: InformationReflektion (was ist der Gehalt der Information) – Relevanz (welche Bedeutung hat die Information für mein Leben, mein Problem) – Umsetzung (Anwendung der reflektierten Information) mit Theoriebildung (Verallgemeinerung) und Praxistest auf Korrektheit der entwickelten Theorie. Dies ermöglicht uns alte Gewohnheiten und Denkmuster zu hinterfragen und auch zu ändern.

Zwischen 40 und 60 Jahren stehen wir gehirnphysiologisch auf dem Höhepunkt

Das Gehirn reagiert besonders auf unerwartete äußere Eindrücke im Laufe des Lebens immer langsamer (ca. 2 Millisekunden langsamer pro Lebensjahr). Den Verlust an Schnelligkeit kompensieren aber die Erfahrungen, die wir gemacht haben. Wir können Neues besser einordnen und besser darauf reagieren. Unsere Hardware wird langsamer, dafür unsere Software effektiver. Zwischen 40 Jahren und 60 Jahren ist die Balance zwischen Informationsverarbeitung und vorhandenem Wissen ideal. Unser Gehirn arbeitet so schnell und effizient wie nie zuvor.

Von der Weisheit der Älteren profitieren alle Generationen

Weisheit bedeutet, bisher unverbundene Erfahrungen zusammenzufügen und zu etwas Neuem und Positivem zu entwickeln.  Jüngere profitieren dann von den Älteren. So besetzen viele Firmen ihre Entwicklergruppen altersgemischt. Der positive Einfluss von Großmüttern auf Familien wurde in vielen Studien nachgewiesen.

Normale Alterungsprozesse machen sich im fortgeschrittenen Alter kaum bemerkbar

Unser Gehirn hat 100 Milliarden Nervenzellen. Im Gehirn einer 80jährigen Person sind nur 10% weniger Nervenzellen zu finden als bei jüngeren Menschen. Der Grund für diesen geringen Abbau ist nicht bekannt. Zwar sterben mit dem Altern Nervenzellen ab, doch aus dem Stammzellen im Gehirn werden anscheinend fortwährend neue Neuronen gebildet, die sogar effizienter arbeiten als deren Vorgänger.
Diese Neubildung erfolgt dabei besonders dort, wo es für das Gedächtnis am besten ist: Im „Riechhirn“ und dem „Hippocampus“. Der Hippocampus ist dabei der „Zwischenspeicher“ des Gehirns, in dem Informationen gespeichert werden, bevor sie in das Langzeitgedächtnis transferiert werden.

Leistungseinbußen machen sich erst bemerkbar, wenn 70 bis 80 Prozent eines neuronalen Netzwerks zerstört sind. Die ist aber nur bei Erkrankungen wie Alzheimer oder bei Schlaganfällen der Fall. Ein zunehmender geistiger Zerfall ist kein Naturgesetz. Wichtig ist dabei, nie mit dem Lernen aufzuhören, weil das Gehirn fortwährend neue Nervenzellen und Verknüpfungen ausbildet – freilich etwas langsamer als bei jungen Menschen.

Wir können unser Gedächtnis selbst beeinflussen

Wie wir uns in jüngeren Jahren verhalten, hat Einfluss auf das Altern. Besonders die Selbstkontrolle scheint ein wichtiger Aspekt für gutes Altern zu sein. Wer sich beherrschen und eine positive Grundeinstellung zum Leben entwickeln kann, hat mehr im Alter.
Auch Bewegung und körperliche Fitness machen viel aus. Dabei sind keine Höchstleistungen notwendig. 40-60 Minuten zügiges Gehen pro Tag können die Merk- und Gedächtnisleistungen positiv beeinflussen – wenn es fortgesetzt über Jahre praktiziert wird. Auch sollte man öfter Neues ausprobieren. Eine Studie ergab, dass ein Jonglier-Kurs mit 3 Bällen im Rentenalter zu positiven neuronalen Ergebnissen führt. Die TeilnehmerInnen waren am Ende nicht nur beweglicher, sondern konnten sogar besser sehen und entwickelten insgesamt mehr Freude an der Bewegung. Ähnlich Ergebnisse zeigten auch Untersuchungen zum Thema „Klavierspielen“. Die Probanden übten wöchentlich ca. 3 Stunden. Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Gedächtnis und allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit verbesserten sich nach einiger Zeit messbar.

Es gilt also: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans umso mehr

Ein Besuch Volkshochschule hält Menschen fit und ermöglicht gutes Altern. Was in Spitzner und Herschkowitz aber nur ansatzweise reflektieren, sind die positiven Auswirkungen des gemeinsamen Lernens. Lernen hat immer eine soziale Komponente. In der Volkshochschule lernen Sie zusammen mit anderen Menschen, die Ihre Interessen teilen, mit denen Sie ins Gespräch kommen. Dies wirkt sich ebenfalls positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit und Lebensfreude aus.